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 Lockdown verlängert – Kreativität gefragt

Sportvereine in Deutschland müssen im Teil-Lockdown bleiben und können nicht auf unmittelbare Lockerungen hoffen. Alle Appelle des Sports an die Politik waren ergebnislos.
Harte Zeiten
Der zweite Lockdown trifft viele Judovereine in Deutschland noch härter und der gesamte organisierte Sport kämpft aktuell um seine Mitglieder und die Zukunft von Sportdeutschland. Schwer sind die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu akzeptieren:
"Die Lage erlaubt es nicht, die Maßnahmen aufzuheben", so Merkel letzte Woche. " Wir brauchen noch einmal eine Kraftanstrengung. Geduld, Solidarität und Disziplin werden auf eine harte Probe gestellt."
Als Solidargemeinschaft müssen wir zusammenhalten und die vorgegebenen Regeln akzeptieren. DOSB-Präsident Alfons Hörmann spricht aus, was viele Vereinsverantwortliche und Sportler in Deutschland denken: „Wir tragen diese Maßnahme jedoch verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit. Dies fällt nicht leicht, weil sich die bereits sichtbaren und die für Viele noch unsichtbaren Corona-Schäden in Sportdeutschland durch diese pauschale Maßnahme der Politik nochmals deutlich verstärken. Leider berücksichtigt der generelle Lockdown nicht die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten des Sports, der durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygiene-Konzepten erreicht hat, dass der Sport nachweislich kein Infektionstreiber ist“.
Standpunkt vertreten
Stellvertretend für den organisierten Sport in Deutschland, steht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in engem Kontakt mit der Politik und appelliert an seine Entscheidungsträger. DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Wir sehen die sportlichen Aktivitäten in unserem Land als wichtigen Teil der Problemlösung der kommenden Monate und setzen uns dafür ein, dass die Strukturen des Sports die Krise überdauern, damit sie ihre wertvolle Arbeit für das Gemeinwohl auch künftig leisten können." Sport als Teil der Lösung und wichtiges Kulturgut in der Gesellschaft.
Trotz der klaren und deutlichen Position seitens der Sportverbände in Deutschland, wurden die Lockdown-Maßnahmen nun noch einmal verlängert und der Amateur- und Breitensport bleibt weiter mit wenigen Ausnahmen untersagt.
Für Deutschlands Sportvereine und seine Mitglieder bedeutet dies höchstwahrscheinlich kein gemeinsames Training bis ins neue Jahr hinein. Der DOSB sieht deshalb "die Gefahr von massiven und teilweise irreparablen Schäden an unserem Sportsystem". Sportdeutschland setzt sich daher weiter für flexiblere Lösungen ein. Alle Informationen des DOSB findet ihr hier zusammengefasst.
Zusammenhalten – Seid Judo - Bleibt Judo!
Gerade deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, seinen Vereinsmitgliedern alternative Trainingsformen und andere Aktivitäten anzubieten und so den Kontakt zu halten. Schon zu Beginn der Corona-Pandemie haben einige unserer Top-Judoka an die Vereinsmitglieder appelliert. Unter ihnen auch EM-Silbermedaillen-Gewinnerin Luise Malzahn und Teresa Zenker:

Deutschlands Judoka sollten ihrem Verein in dieser schweren Zeit treu zu bleiben und gemeinsam durch diese Krise gehen. Sagt ja zum Judosport!
Kreativ im Lockdown
Schon während des ersten Lockdowns haben sich viele Judovereine in Deutschland „neu erfunden“ und innerhalb kürzester Zeit gehandelt und den Fokus hin zu Online-Aktivitäten verschoben. Ob Judo-Safari@home oder Online-Trainingssessions, die Mitglieder wurden in ihren eigenen vier Wänden abgeholt und gemeinsam ist ein „Wir-Gefühl“ in Zeiten von Corona entstanden.
Und auch im aktuellen Lockdown geben Verbände und Vereine wieder 100 Prozent und kämpfen um ihre Mitglieder. Die Landesverbände aus NRW, Bayern, Hamburg oder Niedersachsen bieten Live-Trainingssessions oder spezielle Trainingsplattformen mit ständig wachsendem Content an. Und die Vereine zeigen sich weiterhin kreativ.
Von Judo-Safaris@home über spezielle Challenges in den Sozialen Medien bis hin zu Bastelaktionen ist alles dabei.  Jeder Judoka in Deutschland hat die Möglichkeit, seinen Sport auf alternative Weise weiter durchzuführen und online mit Judo-Deutschland in Verbindung zu bleiben. Judoka halten zusammen!
Als Beispiel für die Kreativität der Judovereine  haben wir dieses Mal die Judo-Gemeinschaft Sachsenwald herausgepickt. Schon seit Anfang an mit vielen kreativen Ideen für die Mitglieder und alle Judoka in Deutschland in den Sozialen Medien vertreten, haben sie nun zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit einen Bewegungs-Adventskalender ins Leben gerufen. Ab morgen heißt es 24 Türchen, 24 Übungen und Workouts. Fit for Chrismas!

Diese und viele weitere tolle Ideen findet man in den Sozialen Medien oder auf den Websites der Vereine. Unter Hashtags wie #Judoathome #Homedojo oder #Heimtraining sind mittlerweile hunderte Beiträge von Judoka aus aller Welt, Nationalmannschaftsathleten des DJB oder den Judovereinen aus deiner Umgebung gelistet.
Wenn ihr auch eine tolle Aktion anbietet, lasst es uns wissen und schickt uns einen Bericht und Fotos (direkt an lhermanns(at)judobund.de). Wir veröffentlichen euer „Best practice“ dann auf der DJB-Website unter https://www.judobund.de/corona-news/best-practice/. So können andere Vereine von eurer Idee profitieren.
Judo Training Deluxe und vieles mehr
Auch der Deutsche Judo-Bund (DJB) und seine Athleten und Trainer haben Video-Content erstellt und damit die Judo-Community ordentlich ins Schwitzen gebracht! Martyna Trajdos, die Frey-Brüder, Anna-Maria Wagner und viele weitere Athleten haben die Aktion unterstützt. Die eigens erstellte Videoplattform https://djb.dokume.net/ bietet jede Menge spannende Trainingsvideos.
Neben den Trainingssessions hat der DJB mit tollen Bastelaktionen und weiteren Projekten die Judovereine in Deutschland unterstützt. Alle Informationen rund um die Corona-Krise findet ihr in den Corona-News.
Zusammen bewältigen wir die Corona-Krise.